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Fersensporn




Wie lässt sich ein Fersensporn behandeln?


Während eines normalen Bewegungsablaufes ist die Ferse enormen statischen und dynamischen Krafteinwirkungen ausgesetzt. Beim Aufsetzen trägt sie beinahe die ganze Körperlast. Zudem setzt über die Achillessehne ein großer Teil der Unterschenkelmuskulatur an ihr an. Aus diesem Grund können Erkrankungen an der Ferse starke Schmerzen verursachen und nicht unerhebliche Einschränkungen nach sich ziehen. Dieser Text erklärt die Erkrankungen des sogenannten Fersensporns und zeigt einige Behandlungsmethoden auf.


Welche Arten der Erkrankung des Fersensporns existieren?


Unter einem Fersensporn versteht sich stets eine Erkrankung des Fersenbeins (Calcaneus). Dieses bildet als größter Knochen des Fußskeletts auf seiner Oberseite mit dem Sprungbein (Talus) das untere Sprunggelenk. Über den Ansatz der Unterschenkelmuskulatur an der Achillessehne dient das Fersenbein als Hebelarm für Beugebewegungen. Die Erkrankung eines Fersensporns kann dabei an zwei Stellen am Sprungbein entstehen. Entsteht an der Unterseite des Fersenbeins eine hervorstehende Knochenneubildung, so spricht man von einem „unteren Fersensporn“. Der untere Fersensporn ist dabei die klassische Erkrankung, das heißt in der Umgangssprache versteht sich unter einem Fersensporn meist ein unterer Fersensporn. Die Knochenbildung entsteht dabei in Zugrichtung der Sehnen der kleinen Fußmuskulatur, welche von der Ferse zu den Mittelfußknochen verlaufen. Diese Erkrankung tritt bei etwa 9 Prozent aller Erwachsenenfüße auf und ist damit wesentlich häufiger als der „hintere Fersensporn“. Unter dem hinteren Fersensporn versteht sich ebenfalls eine hervorstehende Knochenneubildung, welche allerdings in Zugrichtung der Achillessehne entsteht. Diese Erkrankung ist wesentlich seltener und wird als Achillodynie bezeichnet, worunter im Allgemeinen Schmerzen an der Achillessehne verstanden werden.


Wie kann ein Fersensporn entstehen?


Die genaue Entstehung eines Fersensporns ist noch nicht abschließend geklärt worden. Als Hauptfaktor werden durch Verschleiß bedingte Veränderungen der Knorpeldecke an den Sehnenansatzpunkten vermutet. Durch Überbelastung an den Sehnenansätzen wirken große Kräfte auf den Knorpel. Durch die vermehrte Reizung können starke Schmerzen auftreten (Insertionstendopathien). Die Entstehung einer derartigen Überreizung geht fast immer auf eine Fehlbelastung der entsprechenden Sehne zurück.


Folgende Fehlbelastungen können zum Entstehen eines unteren Fersensporns führen:


  • langanhaltende Tätigkeiten im Stehen
  • Übergewicht, da so eine erhöhte Last auf das Fußgewölbe lastet
  • Abflachungen des Fußlängsgewölbes (aktive und passive Verspannung der Fußknochen durch Bänder, Sehnen und Muskel für eine Verteilung des Körpergewichtes)

Durch derartige Fehlbelastungen steigt die Spannung der Sehnen der kurzen Fußmuskulatur an dem Fersenbein. Um die stärkere Spannung zu kompensieren kommt es zu einer Knochenneubildung in Richtung der kurzen Fußmuskulatur. Das die Knochenneubildung hervorsteht, kann sie zu Schmerzen führen, wenn Druck auf die entsprechende Stelle wirkt.


Folgende Fehlbelastung können zum Entstehen eines hinteren Fersensporns führen:


  • Überbelastung am Punkt des Achillessehnenansatzes

Die Entstehung des hinteren Fersensporns ist noch weniger verstanden als die des unteren. Vermutet wird auch hier eine Abflachung des Längsgewölbes woraus eine Fehlbelastung entsteht. Der grundsätzliche Prozess der Entstehung der Knochenbildung ähnelt sehr der des unteren Fersensporns. Allerdings konnte noch nicht geklärt werden, warum die Knochenneubildung in Richtung der Achillessehne erfolgt.


Welche Symptome zeigt ein Fersensporn?


Die meisten Fersensporne bleiben lange unerkannt. Sie verlaufen atypisch, das heißt es treten keine Symptome auf. Derartige Krankheitsverläufe werden meist zufällig beim Röntgen diagnostiziert. Nimmt die Erkrankung ihren typischen Verlauf, so entsteht ein bewegungsabhängiger Druckschmerz an den jeweiligen Ansatzsehnen. Bei einem unteren Fersensporn kann es auch vorkommen, dass der Fersensporn aufgrund des abgeflachten Längsgewölbes nach unten gedreht ist und Druck auf die Schuhsohle ausübt. Durch die bei Bewegung auftretenden Schmerzen wird häufig der Fuß geschont, wodurch es zu einer Fehl- oder Überbelastung des anderen Fußes kommt, sodass die Wahrscheinlichkeit eines Fersensporns dort ebenfalls erhöht ist.


Wie lässt sich ein Fersensporn konservativ behandeln?


In aller Regel wird ein Fersensporn konservativ behandelt, das heißt es ist keine Operation notwendig. Die häufigste Methode dabei ist das Anfertigen einer Schuheinlage für die betroffe Person. Durch Testungen werden die Punkte bestimmt, an denen bei Druck Schmerzen auftreten. Mittels der speziell angefertigten Schuheinlage können die empfindlichen Stellen ausgespart werden (Locheinlage). Gleichzeitig unterstützt die Schuheinlage das natürliche Längsgewölbe, sodass die Hauptursache für das Entstehen des Fersensporns gemindert wird. Diese Therapieform wird häufig durch verschiedene andere Methoden unterstützt. Dazu zählen:


  • Krankengymnastik
  • Kältetherapie
  • Behandlung mit entzündungshemmenden Medikamenten

Manchmal werden auch Ultraschalltherapien eingesetzt. Allerdings gibt es nach derzeitiger Faktenlage weder Hinweise auf eine vorhandene noch auf fehlende Wirksamkeit der Therapieform.


Zeigen die oben genannten Therapien keine Wirkung, so wird mitunter auch eine Strahlentherapie begonnen. In etwa 70 Prozent der Fälle stellt sich durch die Bestrahlung der Ferse eine Besserung ein. Langfristige Nebenwirkungen konnten noch nicht beobachtet werden, sind aber auch nicht auszuschließen.


Wie lässt sich ein Fersensporn operativ behandeln?


Die operative Behandlung wird meist erst dann in Betracht gezogen, wenn die konservativen Methoden versagt haben. Der häufigste chirurgische Eingriff ist das Abtragen des Fersensporns mitsamt dem umliegenden Schleimbeutel. Allein angewandt zeigt diese Methode allerdings häufig nur einen mittelmäßigen Erfolg, da sich der Fersensporn innerhalb von Monaten wieder neu bildet. Außerdem besteht bei diesem Eingriff die Gefahr der Schädigung der umliegenden Muskelansätze. In seltenen Fällen werden auch bewusst die Hüllen bestimmter Muskeln (Muskelfaszien) durchtrennt, um eine Druckentlastung zu erzeugen. In Kombination mit dem operativen Abtragen des Fersensporns liegt die Erfolgswahrscheinlichkeit bei etwa 95 Prozent, allerdings sind auch hier die erwähnten Risiken wie das der Verletzung des umliegenden Gewebes gegeben.


Quellen:


Matzen, P. F., & Matzen, P. F. (1981). Orthopädie für Studierende. Barth.


Piccoliori, G., Kostner, S., & Abholz, H. H. (2010). EBM-Service–evidenzbasierte hausärztliche Antworten auf Fragen aus der Hausarztpraxis–Darstellung eines Projekts aus Südtirol/Italien. Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen, 104(2), 132-137.


Gormley, J., & Kuwada, G. T. (1991). Retrospective analysis of calcaneal spur removal and complete fascial release for the treatment of chronic heel pain. The Journal of foot surgery, 31(2), 166-169.




Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel beinhaltet lediglich allgemeine Hinweise und Beschreibungen zum Thema Fersensporn. Er eignet sich nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung und kann einen Arztbesuch auf keinen Fall ersetzen.


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