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Brillenpass




Ein Brillenpass wird dem Brillenträger bei der Bestellung einer neuen Sehhilfe ausgehändigt. Darauf sind alle wichtigen Informationen notiert, die der Optiker im Falle des Verlusts oder der Beschädigung der Brille benötigt, um einen Ersatz anfertigen lassen zu können. Der Brillenpass ist aber auch beim Augenarzt erhältlich. Um das Dokument korrekt auszufüllen, ist ein Sehtest zwingend erforderlich.


Was ist ein Brillenpass?


Der Brillenpass ist ein Dokument in Checkartenformat, das zur Anfertigung einer Brille benötigt wird. Dort sind die genauen Werte zur Korrektur des Sehfehlers des Inhabers vermerkt. Ein Brillenpass dient vor allem dazu, bei Verlust oder Beschädigung der alten Brille möglichst schnell und ohne erneuten Sehtest einen Ersatz anfertigen lassen zu können. Deshalb lohnt es sich, das Dokument immer in der Brieftasche bei sich zu tragen oder wenigstens zu Hause griffbereit bei den wichtigsten Unterlagen aufzubewahren. Es gibt in Deutschland keinen standardisierten Vordruck für dieses Dokument.


Woher bekommt man einen Brillenpass?


Ein Brillenpass kann entweder von einem Augenarzt oder einem Optiker ausgestellt werden. Dazu ist ein Sehtest erforderlich. Die Kosten für den Sehtest beim Augenarzt werden in der Regel von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen, unter der Bedingung, dass der letzte Test mindestens zwei Jahre zurückliegt. Bei vielen kommerziellen Optikern ist der Sehtest inzwischen Teil der Serviceleistung und damit kostenlos.


Für den ersten Sehtest im Leben lohnt es sich grundsätzlich, einen Augenarzt aufzusuchen. Diese Empfehlung sprechen auch die meisten Optiker aus. Der Augenarzt hat sowohl medizinisches als auch technisches Fachwissen. Er kann nicht nur Sehschwächen erkennen und quantifizieren, sondern auch pathologische, behandlungsbedürftige Erkrankungen des Auges diagnostizieren, die eventuell eine Sehschwäche auslösen.


Geht der Brillenpass verloren, ist normalerweise ein neuer Sehtest zur Einstufung der Sehschwäche notwendig. Ist der letzte Test allerdings von einem Augenarzt durchgeführt worden, besteht die Chance, dass dieser die Ergebnisse in der Patientenakte notiert hat und auf Anfrage einen neuen Brillenpass ausstellt. Das Vitabook-Gesundheitskonto bietet die Möglichkeit, den Brillenpass digital zu speichern, sodass die Werte auch beim Verlust des Kärtchens nicht verloren gehen können.


Wie läuft ein Sehtest ab?


Ein Sehtest dient der Bestimmung der Sehstärke und ist Voraussetzung für die Ausstellung eines Brillenpasses. Ein solcher Test wird in zwei Schritten durchgeführt. Zu Beginn misst der Optiker oder Augenarzt die Sehstärke mit einem Gerät, dem sogenannten Autorefraktometer. Man nennt diesen Schritt „objektive Augenglasbestimmung“. Dabei muss der Patient nichts weiter tun, als ruhig in das Gerät zu blicken. Dort erscheint ein Bild, auf das er sich konzentrieren soll. Währenddessen wird die Sehstärke beider Augen ermittelt. Das Gerät kann Kurzsichtigkeit (Myopie) von Weitsichtigkeit (Hyperopie) unterscheiden. Übrigens: Diese Sehschwächen gelten nicht als Krankheiten. Selbst eine Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) kann problemlos mit einer Brille korrigiert werden. Den zweiten Schritt des Tests nennt man „subjektive Augenglasbestimmung“. Zu Beginn stellt der Optiker oder Augenarzt dem Patienten Fragen nach Grunderkrankungen und eingenommenen Medikamenten, die eine Sehschwäche verursachen könnten. Daraufhin wird der Patient gebeten mit jeweils einem Auge durch verschiedene Brillengläser zu schauen und beispielsweise Zahlenreihen abzulesen oder Symbole zu erkennen. Dabei beantwortet er Detailfragen zur jeweiligen optischen Wahrnehmung. So wird sichergestellt, dass der Patient die richtige Brille mit der korrekten Sehstärke erhält. Dieser zweite Schritt dauert maximal 15 Minuten. Am Ende des Sehtests bespricht der Optiker oder Augenarzt mit dem Patienten das Ergebnis.


Was bedeuten die Abkürzungen auf dem Brillenpass?


Auf dem Brillenpass sind verschiedene Werte notiert, die zur Anfertigung einer neuen Brille benötigt werden. Für den Laien sind die Angaben auf dem Brillenpass oft unverständlich. Daher folgt nun eine Erläuterung der wichtigsten Abkürzungen und Werte:


Abkürzung Erläuterung
R/L R oder L steht für „rechtes“ beziehungsweise „linkes Auge“.
F/N An geeigneter Stelle ist auf dem Brillenpass entweder ein F oder ein N abgedruckt. F steht für „Fernbrille“ und N für „Nahbrille“. Damit wird angegeben, ob der Brilleninhaber unter Kurzsichtigkeit oder Weitsichtigkeit leidet.
Sph Sph bedeutet „Sphäre“. Mit dem Sphärenwert wird die Sehschwäche des jeweiligen Auges in Dioptrie angegeben. Die Dioptriezahl wird in 0,25er-Schritten abgestuft. Ein (+) vor dem Wert steht für Weitsichtigkeit und ein (-) für Kurzsichtigkeit.
Cyl Hinter dem Sphärenwert ist in einigen Fällen ein Zylinderwert notiert. Das bedeutet, dass der Patient unter einer Hornhautverkrümmung leidet, die mithilfe eines Zylinders korrigiert werden muss. Wie der Sphärenwert ist der Zylinderwert in 0,25er-Schritten abgestuft.
Ach/A Der Achsenwert ergänzt den Zylinderwert. Er wird in Prozent angegeben und steht für den Winkel der Hornhautverkrümmung. In der Regel ist er hinter dem Zylinderwert notiert.
ADD Bei Gleitsichtbrillen muss auf dem Brillenpass zusätzlich der sogenannte Additionswert notiert werden. Damit wird die Differenz von Nah- und Fernsicht angegeben. Der Additionswert kann 0 betragen, wenn beide Zahlen einander ausgleichen, etwa bei einem Nahsichtwert von - 2,0 und einem Fernsichtwert von + 2,0. Gleitsichtbrillen werden vor allem von Menschen ab 40 benötigt, die unter Alterssichtigkeit (Presbyopie) leiden.
PD Schließlich sollten auf keinem Brillenpass Angaben zum Pupillenabstand fehlen. Der Wert wird in mm angegeben und steht für die Distanz von der jeweiligen Pupille bis zur Mitte der Nase. Nicht bei allen Menschen sind beide Pupillen gleichweit von der Gesichtsmitte entfernt.

Bei Brillenpässen vom Optiker finden sich außerdem Angaben über die Glasart, das Kaufdatum und die Brillenfassung.



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Quellen


Deutsche Ophtalmologie Gesellschaft, „1. Empfehlung der DOG zur Qualitätssicherung bei sinnesphysiologischen Untersuchungen und Geräten“: http://sehtesterschulung.de/pdf/EmpfehlungSinnesphysUntersuchungsmeth-Version-61.pdf (aufgerufen am 19.12.2016)


Hartmann, B., Goertz, W. (2013), Arbeitsplatz Augenpraxis. Wissen für die medizinische Fachangestellte, Springer, 60ff.




Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel beinhaltet lediglich allgemeine Hinweise und Beschreibungen zum Thema Brillenpass. Er eignet sich nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung und kann einen Arztbesuch auf keinen Fall ersetzen.


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