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Eisprungkalender




In einem Eisprungkalender kann sowohl der Eisprung als auch die damit verbundenen fruchtbaren Tage notiert werden. Der Kalender kann entweder genutzt werden, um bei bestehendem Kinderwunsch die Chancen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, oder aber um gezielt eine Schwangerschaft zu vermeiden. Die Ermittlung des Eisprungs erfolgt meist durch eine Kombination aus Tagesberechnungen, körperlichen Symptomen, der Temperaturmethode und der Beobachtung des Zervixschleims. Im folgenden Text werden diese Methoden genauer erläutert und erklärt, in welchen Situationen der Eisprungkalender angewendet werden kann.


Was passiert beim Eisprung?


Mit dem Eisprung wird der Moment bezeichnet, an dem sich eine Eizelle aus dem Eierstock der Frau löst und in den Eileiter fällt. Von diesem Zeitpunkt an ist die Eizelle befruchtungsfähig. Sie kann also mit einem Spermium verschmelzen und so die Grundlage eines Embryos bilden. In diesem Zustand bleibt sie etwa 24 Stunden, bevor sie, wenn sie nicht befruchtet wurde, abstirbt.


Der Prozess des Eisprungs und dem damit verbundenen Menstruationszyklus wird von verschiedenen Hormonen gesteuert. In der ersten Hälfte des Zyklus, also ab dem Beginn der Monatsblutung, produzieren die Eierstöcke Östrogen. Dieses Hormon sorgt dafür, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und mehrere Eizellen im Eierstock heranreifen. Gefördert wird diese Entwicklung zudem durch das follikelstimulierende Hormon (FSH). Beim Eisprung kommt es zur Auswahl einer Eizelle, die anderen herangereiften Follikel gehen zurück. Ausgelöst wird der Eisprung durch einen Anstieg des luteinisierenden Hormons (LH). Wenn das Ei springt, lässt es seine Hülle, den Gelbkörper, im Eierstock zurück. Dieser Gelbköper produziert das Gelbkörperhormon Progesteron, welches den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut weiter vorantreibt. In dieser Zeit wandert die Eizelle den Eileiter hinunter. Wird sie auf diesem Weg befruchtet, kann sie sich in die Gebärmutterschleimhaut einnisten. Dort bildet sie ein weiteres Hormon, das den Gelbkörper und damit die schleimhauterhaltende Progesteronproduktion am Leben hält. Wird die Eizelle nicht befruchtet, stirbt sie ab und der Gelbkörper geht ein. Mit der schwindenden Progesteronproduktion fällt auch der Wachstumsreiz für die Gebärmutterschleimhaut weg und sie wird abgestoßen – die Regelblutung setzt ein. Dies erfolgt etwa 14 bis 16 Tage nach dem Eisprung.


Was ist ein Eisprungkalender?


Ein Eisprungkalender einer Frau verzeichnet, an welchem Tag des Monats der Eisprung stattgefunden beziehungsweise voraussichtlich stattfinden wird. Meistens wird dafür ein normaler Wochen- oder Monatskalender genutzt. Neben dem Eisprung werden häufig auch die damit verbundenen fruchtbaren Tage markiert und eventuell, wann die nächste Monatsblutung zu erwarten ist. Da jede Frau ihren individuellen Zyklus hat, gibt es keinen einheitlichen Eisprungkalender. Stattdessen kann sich jede Frau einen persönlichen Kalender anlegen.


Wofür wird der Eisprungkalender benutzt?


Der Eisprungkalender kann sowohl für die Auswertung vergangener Zyklen als auch für die Berechnung bevorstehender Zyklen genutzt werden. Er kann einer Frau helfen, den Rhythmus ihres Körpers zu verstehen und auch auf Unregelmäßigen aufmerksam machen (wenn beispielsweise die Zykluslänge stark schwankt). Paare mit Kinderwunsch nutzen den Eisprungkalender meist, um ihre fruchtbaren Tage in der Zukunft zu ermitteln, um gezielt an diesen Tagen eine Befruchtung durch Geschlechtsverkehr zu erreichen.


Doch auch für die gegenteilige Funktion ist der Eisprungkalender anwendbar. Paare, die über die „Natürliche Familienplanung“ (NFP) verhüten, nutzen den Kalender, um zu ermitteln, wann eine zusätzliche Verhütung mit einem Kondom nötig ist. Als fruchtbare Tage werden meistens die fünf Tage vor dem Eisprung bis einen Tag nach dem Eisprung gewertet.


Wie kann ermittelt werden, wann der Eisprung eintritt?


Es gibt verschiedene Anzeichen, mit deren Hilfe festgestellt werden kann, wann der Eisprung eintritt. Häufig bemerken Frauen bereits instinktiv Veränderungen ihres Körpers während ihres Zyklus und können durch einen Eisprungkalender lernen, diese Gefühle bestimmten Ereignissen (wie dem Eisprung) zuzuordnen. So berichten viele Frauen in der Zeit um den Eisprung von einer gesteigerten Libido. Gleichzeitig können jedoch auch Brustschmerzen oder Bauchschmerzen auftreten.


Eine wichtige Komponente der Natürlichen Familienplanung und der Ermittlung des Eisprungs ist die Temperaturkurve. Jeder Mensch hat eine Basaltemperatur, also eine Temperatur, um die er im Normalfall nur um einige Zehntel Grad abweicht. Diese Grundtemperatur erhöht sich in der Zeit des Eisprungs um etwa 0,5 Grad Celsius. Kurz zuvor sinkt die Temperatur meist für ein bis zwei Tage ab. Die erhöhte Temperatur nach dem Eisprung bleibt auf einem Plateau bis die Regelblutung einsetzt. Kommt es zu einer Schwangerschaft, bleibt die erhöhte Temperatur meist erhalten.


Für die Temperaturmethode ist es wichtig, immer zur gleichen Zeit und in der gleichen Situation zu messen. Es wird empfohlen, morgens noch vor dem Aufstehen mit immer dem gleichen Thermometer die Temperatur zu erfassen. Meist braucht es einige Monate, um mit der Methode umzugehen zu lernen und Regelmäßigkeiten zu erkennen.


Eine weitere Methode, das Herannahen des Eisprungs zu erkennen, ist die Beobachtung des Zervixschleims. Dieser verschließt während der unfruchtbaren Tage den Gebärmutterhals wie ein Pfropf. Er ist dann eher weißlich und zäh. Während der fruchtbaren Tage verflüssigt sich der Zervixschleim, da nun Spermien durch den Gebärmutterhals zur Eizelle gelangen sollen. Der Schleim ist dann eher dünnflüssig wie Eiweiß. Er lässt sich zwischen den Fingern zu Fäden ziehen und wird deshalb als spinnbar bezeichnet. Veränderungen des Zervixschleims können ebenfalls in den Eisprungkalender eingetragen werden, um den Eisprung näher zu ermitteln.


Welche Rolle spielen Fertilitätstests?


Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest gibt es mittlerweile auch Streifentests, die das luteinisierende Hormon und Östrogen messen und so ermitteln, wann eine Frau fruchtbar ist. Das Angebot reicht dabei von einfachen Einmal-Stäbchen bis hin zu komplexen Fruchtbarkeits-Monitoren. Je nach nachgewiesenem Hormon können die Tests so die zwei bis sechs fruchtbarsten Tage anzeigen. Diese Verfahren eignen sich besonders für Frauen, bei denen die konservativen Ermittlungsmethoden aufgrund von Zyklusunregelmäßigkeiten oder anderen Gründen nicht erfolgreich durchführbar sind.


Was kann den Zeitpunkt des Eisprungs verändern?


Auch bei regelmäßigem Buchführen mit einem Eisprungkalender und der Einbeziehung mehrerer Methoden zur Ermittlung des Eisprungs, kann es zu Unregelmäßigkeiten kommen. Insbesondere körperlicher und seelischer Stress, aber auch Krankheit und Ernährungsveränderungen können dafür sorgen, dass der Eisprung früher oder später als normalerweise eintritt. Insbesondere bei jungen Frauen treten häufiger noch unregelmäßige Zyklen auf, weshalb die Anwendung der NFP zur Verhütung in diesen Fällen kritisch hinterfragt werden muss. Gleichzeitig schützt die NFP nicht vor sexuell-übertragbaren Infektionen.



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Siehe auch:


Endometriose Schwangerschaftstest Pille-danach

Quellen:


E. Raith-Paula: Forschungsprojekt NFP. Online unter http://www.zyklus-wissen.de, abgerufen am 21.01.2016


Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Familienplanung. Online unter http://www.familienplanung.de/, abgerufen am 21.01.2016


Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Forschung zur Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung. Online unter http://www.forschung.sexualaufklaerung.de/, abgerufen am 21.01.2016


G. Thews, P. Vaupel: Vegetative Physiologie. 5. Auflage. Springer, Heidelberg, 2005. S. 542




Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel beinhaltet lediglich allgemeine Hinweise und Beschreibungen zum Thema Eisprungkalender. Er eignet sich nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung und kann einen Arztbesuch auf keinen Fall ersetzen.


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