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Fruchtbare Tage




Während der fruchtbaren Tage kann die Eizelle einer Frau von einem Spermium befruchtet werden. Zeichen wie die Veränderung der Basaltemperatur oder die Konsistenz des Zervixschleims geben einen Hinweis darauf, wann es zum Eisprung kommt. Nachfolgend wird erklärt, was während der fruchtbaren Tage im Körper geschieht und worauf in dieser Zeit geachtet werden muss.


Was passiert während der fruchtbaren Tage?


Mit den fruchtbaren Tagen wird die Zeitspanne im Monat beschrieben, in der eine Frau ein Kind empfangen kann. Das setzt voraus, dass es zum Eisprung gekommen ist und die Eizelle durch den Eileiter in die Gebärmutter wandert. Gelangen in dieser Zeit durch Geschlechtsverkehr Spermien in die Scheide, können dieser bis zur Eizelle aufsteigen und diese befruchten. Ist die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter angekommen, kann sie sich dort in der Schleimhaut einnisten und zu einem Embryo heranwachsen.


Wann sind die fruchtbaren Tage?


Jede Frau hat ihren individuellen Zyklus, als normal werden Zyklen zwischen 23 und 35 Tagen angesehen. Die meisten Frauen haben einen 27- bis 28-tägigen Zyklus. Der Eisprung findet bei einem 28-Tage-Zyklus ungefähr am 14. Tag statt. Insbesondere der Tag vor dem Eisprung so wie der Tag selbst sind als besonders fruchtbar anzusehen. Da Spermien einige Tage im Körper überleben können, gilt insgesamt die Zeit von fünf Tagen vor dem Eisprung bis einen Tag danach als fruchtbare Zeit. Für Frauen mit längeren oder kürzeren Zykluszeiten können diese Angaben abweichen. So kann in Extremfällen auch schon Geschlechtsverkehr am siebten Zyklustag, an dem gegebenenfalls sogar noch die Regelblutung besteht, zu einer Schwangerschaft führen.


Welche Hormone steuern den Monatszyklus?


Die erste Hälfte des Menstruationszyklus, beginnend ab dem ersten Tag der Monatsblutung, wird vom Östrogen dominiert. In den ersten Tagen wird die Gebärmutterschleimhaut unter Blutungen abgestoßen, in der Folge wird sie unter dem Östrogeneinfluss neu aufgebaut. Gleichzeitig sorgt das Follikel-stimulierende Hormon (FSH) für eine Heranreifung der nächsten Eizelle. Nach etwa 14 Tagen ist dieser Prozess abgeschlossen und es kommt durch eine Ausschüttung des luteinisierenden Hormons (LH) zum Eisprung. Die Eizelle beginnt nun ihren Weg durch den Eileiter. Im Eierstock lässt sie ihre Hülle, den Gelbkörper, zurück. Dieser produziert das Hormon Progesteron, auch Gelbkörperhormon genannt. Progesteron sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut weiter aufgebaut wird, damit sich eine befruchtete Eizelle darin einnisten kann. Nach zwei weiteren Wochen geht der Gelbkörper zugrunde und die Progesteronproduktion geht zurück. Wurde die Eizelle nicht befruchtet, wird an diesem Punkt die Gebärmutterschleimhaut durch den Progesteronmangel abgestoßen. Wurde die Eizelle jedoch befruchtet, produziert ein Teil von ihr selber Hormone, die zum Erhalt der Gebärmutterschleimhaut beitragen.


Die Zeit vom ersten Tag der Regel bis zum Eisprung kann von Frau zu Frau unterschiedlich lange dauern. Bei einem Zyklus von 28 Tagen dauert diese Phase etwa 14 Tage. Die darauffolgende Phase zwischen Eisprung und Monatsblutung ist jedoch relativ starr auf 14 bis 16 Tage festgelegt und variiert seltener. Frauen, die einen kürzeren oder längeren Zyklus haben, sollten also eher von ihrer Monatsblutung zurück rechnen, um ihre fruchtbaren Tage zu ermitteln.


Was kann die fruchtbaren Tage beeinflussen?


Der monatliche Zyklus ist Schwankungen unterworfen. Diese sind unter anderem vom Ernährungs- und Gewichtsstatus der Frau und vom Stresslevel abhängig. Es ist demnach nicht garantiert, dass die fruchtbaren Tage immer in der gleichen Zeit auftreten.


Wie merkt man, ob man in den fruchtbaren Tagen ist?


Während des Zyklus verändert sich der Körper der Frau. Viele Frauen merken beispielsweise an ihrer Stimmung oder ihrem Körpergefühl, in welchem Teil ihres Zyklus sie sich befinden. Manche Frauen verspüren mehr Lust auf Geschlechtsverkehr oder merken, dass sie von einem bestimmten Typ Mann oder Gerüchen erregt werden. Andere wiederum berichten von Brustschmerzen oder Schmerzen im Bauch.


Objektivierbar steigt die Körpertemperatur zum Eisprung um etwa ein halbes Grad. Frauen, die über diesen Weg ihren Eisprung ermitteln wollen, können dafür eine Temperaturkurve anlegen. Wichtig ist dabei, am besten immer morgens zur gleichen Zeit, noch liegend, mit dem gleichen Thermometer die Temperatur zu messen. Kurz vor dem Eisprung fällt die Basaltemperatur kurzzeitig ab. Während des Eisprungs steigt sie um etwa 0,5 Grad Celsius und bleibt auch auf diesem erhöhten Niveau. Da diese Temperaturveränderungen sehr subtil sind, braucht es etwas Übung, bis die persönliche Basaltemperatur gefunden ist. Stress, Medikamente und Infektionen können die Temperatur beeinflussen.


Ein weiteres Merkmal der fruchtbaren Tage ist eine Veränderung des Zervixschleims. Die Zervix ist der Gebärmutterhals, der in der meisten Zeit von einem Schleimpfropf verschlossen ist, um keine Spermien durchzulassen. Als Ausfluss ist der Schleim an diesen Tagen klumpig und zäh. Wenn die fruchtbaren Tage beginnen, wird der Zervixschleim dünnflüssiger und durchsichtiger. Er lässt sich mit rohem Hühner-Eiweiß vergleichen und macht den Gebärmutterhals nun frei für die Spermien. Weil der Schleim zwischen den Fingern dünne Fäden ziehen kann, wird er in dieser Zeit auch als spinnbar bezeichnet.


Es gibt nicht das eine spezifische Zeichen für den Beginn der fruchtbaren Tage. Die Zeichen für die fruchtbaren Tage werden aussagekräftig, wenn man sie in ihrer Gesamtheit betrachtet.


Was sollte während der fruchtbaren Tage beachtet werden?


Je nachdem, ob eine Schwangerschaft angestrebt oder vermieden werden soll, gilt es, während der fruchtbaren Tage besondere Vorsicht walten zu lassen. Frauen mit Kinderwunsch sollten den Geschlechtsverkehr in die Zeit der fruchtbaren Tage legen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass sehr häufiger Geschlechtsverkehr nicht unbedingt zu einem schnelleren Ergebnis führt. Fertilitätsforscher empfehlen, statistisch etwa alle drei Tage Geschlechtsverkehr zu haben, um in jedem Fall mindestens einmal die fruchtbaren Tage einzuschließen. Weiß das Paar, wann die fruchtbaren Tage stattfinden, empfiehlt es sich vor allem am Tag vor dem Eisprung Geschlechtsverkehr zu haben.


Frauen, die keinen Kinderwunsch hegen und keine hormonelle Verhütung einnehmen, sollten insbesondere in den fruchtbaren Tagen mit sicheren Methoden wie Kondomen verhüten. Da jedoch Zyklen schwanken können, reicht das alleinige Zählen von Tagen nicht für eine sichere Empfängnisverhütung aus. Die Verhütungsmethode der „Natürlichen Familienplanung“ (NFP) stützt sich neben dem Tagezählen zusätzlich auf körperliche Zeichen wie die Temperaturkurve oder den veränderten Zervixschleim. Insbesondere für Jugendliche und junge Frauen, die eher einen unregelmäßigen Zyklus haben, ist die NFP deshalb eventuell nicht die beste Methode zur Verhütung. Auch schützt diese Methode nicht vor sexuell übertragbaren Infektionen – zum Schutz davor sollten ebenfalls Kondome genutzt werden.


Siehe auch:


Schwangerschaftstest Pille-danach Endometriose

Quellen:


E. Raith-Paula: Forschungsprojekt NFP. Online unter http://www.zyklus-wissen.de, abgerufen am 21.01.2016


Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Familienplanung. Online unter http://www.familienplanung.de/, abgerufen am 21.01.2016


Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Forschung zur Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung. Online unter http://www.forschung.sexualaufklaerung.de/, abgerufen am 21.01.2016


G. Thews, P. Vaupel: Vegetative Physiologie. 5. Auflage. Springer, Heidelberg, 2005. S. 542. Online: http://link.springer.com/book/10.1007%2Fb137403, Abgerufen am 21.01.2016




Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel beinhaltet lediglich allgemeine Hinweise und Beschreibungen zum Thema Fruchtbare Tage. Er eignet sich nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung und kann einen Arztbesuch auf keinen Fall ersetzen.


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